Aus dem Ortschaftsrat

Zur letzten Sitzung vor der Sommerpause traf sich der Ortschaftsrat Sandweier am Montag, 06.07.2026. Ortsvorsteher Wolfram Birk begrüßte das Gremium sowie drei Zuhörer und einen Vertreter der Tagespresse. Nachdem in der Juni-Sitzung keine nichtöffentlichen Beschlüsse gefasst wurden, vermeldete OV Birk zum entsprechenden TOP Fehlanzeige.

Zum Hauptthema des Abends, der Errichtung einer Außenstelle des Kinder- und Jugendheims Baden-Baden in der bisherigen von der Volksbank genutzten Immobilie konnte OV Birk etliche Gäste begrüßen: Anwesend waren vom Kinder- und Jugendheim die beiden Geschäftsführer, Herr Gerlich und Herr Kamenowski sowie der pädagogische Leiter Herr Benz.

Auch Herr Frank als Leiter des städtischen Sozial- und Jugendamtes und Herr Ullrich als Kundendirektor der Volksbank pur nahmen an der Sitzung zu diesem Punkt teil. Das Kinder und Jugendheim als Teil der von Stutz – Schriever Stiftung ist eine der ältesten Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in Baden, welche Hilfen zur Erziehung, zur Eingliederung und für schulische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren anbietet.

Zur Stiftung gehört die Stulz-von-Ortenberg-Schule Baden-Baden und auch das Kinder- und Jugendheim Baden-Baden.

Neben dem Hauptgelände in Baden-Baden Lichtental existieren jetzt schon einige Außenwohngruppen in der Stadt.

In Sandweier soll nun ein gemeinsames Wohnprojekt der Stadt Baden-Baden zusammen mit den Landkreisen Calw, Ortenau und Rastatt entstehen. Im bisherigen Bankgebäude wird zum einen eine vollstationäre Wohngruppe eingerichtet.

Das sind Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren, die für eine bestimmte Zeit aufgenommen werden, weil sie zum Beispiel nicht mehr in ihren Familien bleiben können. Diese Kinder werden in der Regel nur wenige Tage oder Wochen vor Ort bleiben.

Zudem soll ein ambulantes und teilstationäres Gruppenangebot auf erfolgen, welches Kindern aus dem Sozialraum eine bedarfsgerechte Förderung ermöglicht. Diese Kinder bleiben in der Regel über längere Zeit, 1 bis 1,5 Jahre, in der Einrichtung.

Zur Schule gehen die Kinder entweder in ihre Heimat-Schulen oder die Stulz-von-Ortenberg-Schule als Sonderpädagogisches Bildung und Beratungszentrum. Diese Kinderverbringen die Wochenenden bei ihren Familien.

Eine 24/7-Betreuung der Kinder vor Ort ist sichergestellt. Während der Betreuungszeiten sind mehrere pädagogische Kräfte vor Ort anwesend, auch in den Nachtstunden sind Kräfte vor Ort und es ist zusätzlich eine Rufbereitschaft eingerichtet.

Im Gebäude wird das Erdgeschoss für die ambulante Hilfe umgebaut. Im Obergeschoss entsteht dann der Wohnbereich für die in Obhut genommenen Kinder und eine große Küche, in welcher zusammen mit den Betreuern gekocht wird. Der bislang als Parkplatz genutzte Außenbereich wird perspektivisch etwas grüner und kindgerechter gestaltet.

Die Anregung aus dem Ortschaftsrat, einen Teil des Parkplatzes zu belassen und Anwohnern als Parkplatz zu vermieten, wurde von den Projektverantwortlichen gerne aufgegriffen.

Ein Thema im Rat war auch, in wiefern die Vereine mit ihren Angeboten für Kinder und jugendliche die Einrichtung unterstützen können. Gerne nahmen die Projektverantwortlichen die Anregung auf und führten aus, dass sich die Einrichtung gerne in die Ortschaft eingliedern möchte und auch bei Festen und Veranstaltungen präsent sein möchte.

Die Kosten für die Unterbringung, so eine weitere Frage aus dem Ortschaftsrat, werden von den Jugendämtern bezahlt, welche die Kinder/Jugendlichen in die Einrichtung abgeben, es erfolgt ein 100-prozentiger Kostenersatz an die Stadt Baden-Baden.

Die Zusammenarbeit mehrerer Kreise im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ist vom Land Baden-Württemberg als besonderes Projekt hervorgehoben worden, welches das Projekt mit Fördergeldern ausstattet.

Eine Inbetriebnahme der Einrichtung ist für den Herbst 2026 vorgesehen, da zunächst noch einige Umbauten im Gebäude durchgeführt werden müssen.

OV Birk bedankte sich bei den anwesenden Gästen für ihre Darstellung des Projekts und begrüßte das Angebot, sich immer wieder auszutauschen.

In der anschließenden Bürger Fragestunde meldete sich ein Anwohner der Grundschule Sandweier zu Wort, welcher sich darüber beklagte, dass der Grundschulhof von jungen Leuten aIs Treffpunkt genutzt werde, und es in diesem Zusammenhang zu erheblichen Lärmbelästigung für die Anwohner komme.

Aus dem Mitteilungsblatt Sandweier vom 10. Juli 2026