Am Mittwochabend (23.09.2026) fand in der Aula der Grundschule Sandweier eine lnformationsveranstaltung zum Nachbarschaftshilfe-Pro jekt statt. Rund ein Dutzend Interessierte waren dazu erschienen, welche Ortsvorsteher Wolfram Birk sehr herzlich willkommen hieß. Ebenfalls begrüßte er Frau Ekaterina Bunich von hilver sowie ihre Kollegin Elitsa Schaar. Als Kooperationspartner der Stadt Baden-Baden fungiert zudem der Verein „schenkzeit e. V.“, für welchen das Ehepaar Bärbel und Jörg Konstandin anwesend waren.
OV Birk sprach in seiner Begrüßung der Gäste an, dass Sandweier durch die vorhandenen sozialen Strukturen und das großteils intakte familiäre Umfeld in der Nachbarschaftshilfe vergleichsweise gut aufgestellt ist. Im persönlichen Gespräch mit älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger komme jedoch auch immer wieder durch, dass gerade ältere Alleinstehende für gelegentliche Hilfestellungen dankbar wären.
Dabei geht es z. B. um Übernahme kleinerer Dienste wie etwa eine Glühbirne auszutauschen, wenn Senioren sich nicht mehr zutrauen, auf die Leiter zu steigen oder auch, dass für Fahrten zum Arzt oder Einkaufen innerfamiliäre Umstände entstehen, weil berufstätige Kinder dafür z. B. Urlaub nehmen müssen. Und immer wieder dringt durch, dass, gerade wenn Ehemann oder Ehefrau gestorben sind, Einsamkeit und fehlende Gesprächspartner ein großes Thema sind.
Und genau hier setzt das hilver-Projekt an, welches inzwischen in vielen Städten und Gemeinden umgesetzt wurde, so Ekaterina Bunich. Die Stadt Baden-Baden kooperiert im Sozialbereich mit hilver, um diejenigen, die gerne helfen wollen und die, die Unterstützung brauchen können, zusammenzubringen. Dafür gibt es die hilver-App, welche über den App-Store heruntergeladen werden kann. ln Baden-Baden werden über die App verschiedene Alltags-Hilfen angeboten: Seien kleinere Fahrten z.B. zum Arzt, Mitnehmen zum Einkaufen, Hilfe im Garten oder im Haushalt, Technikhilfe oder auch einfach gemeinsam miteinander Zeit verbringen. Dies geschieht rein ehrenamtlich, so dass es natürlich auch Grenzen der Hilfe gibt: Ersatz für einen professionellen Dienstleister kann und soll ehrenamtlich nicht geleistet werden.
Nun war am lnfo-Abend recht deutlich geworden, dass fast ausschließlich Personen gekommen waren, die sich gerne in der Nachbarschaftshilfe engagieren wollen, etliche davon sind bereits jetzt sozial engagiert, beispielsweise in der Kirche. Aber, so Frau Bunich, es haben sich auch, seit im Mitteilungsblatt Sandweier auf das Projekt hingewiesen wurde, 20 neue Personen auf der hilver-App als Helfer bzw. Nutzer registrieren lassen, das sei doch bemerkenswert.
Frau Konstandin stellte dann den Verein schenkzeit e. V. vor, welcher sich seit Jahren im Bereich ,,Geselligkeit“ engagiert und damit das hilver-Projekt unterstützt. Begonnen hat der Verein seine unterstützende Tätigkeit in Karlsbad (Kreis Karlsruhe) und seine Aktivitäten seit 2026 auf Baden-Baden und Sinzheim ausgeweitet. Der Verein schließt die Lücke, wo die medizinische und körperliche Pflege endet. Ehrenamtliche Helfer – die sogenannten ,,schenkzeit-Freunde“ -schenken einsamen Menschen Zeit für Gespräche, Spaziergänge, gemeinsame Ausflüge oder einfach seelische Zuwendung. Auf der hilver-App ankommende Anfragen nach Geselligkeit deckt der Verein mit ab.