Zur ersten öffentlichen Sitzung des Jahres 2026 traf sich der Ortschaftsrat am Montag, 12. Januar. Ortsvorsteher Wolfram Birk begrüßte die anwesenden Mitglieder des Ortschaftsrates sowie Herrn Bürgermeister Dr. Krammerbauer, welcher in der der öffentlichen Sitzung vorgelagerten nicht-öffentlich Sitzung einige Themen mit dem Ortschaftsrat besprochen hatte. Trotz der relativ unspektakulären Tagesordnung waren immerhin drei Zuhörer zur Sitzung gekommen, welche Ortsvorsteher Birk ebenfalls begrüßte. Allen Anwesenden wünschte der Vorsitzende ein gutes, glückliches und gesundes neues Jahr 2026 und ging dann in die Tagesordnung über.
Nachdem die zwischen Ortschaftsrat und Bürgermeister Dr. Krammerbauer zu besprechenden Themen bereits im nicht öffentlichen Teil abgehandelt werden konnten, verzichteten die Ortschaftsräte und der Bürgermeister darauf, im Hinblick auf die weitere Tagesordnung eine öffentliche Aussprache durchzuführen. So gab OV Wolfram Birk den anwesenden Zuhörern die Möglichkeit, im Rahmen einer vorgezogenen Bürgerfragestunde ihre Themen bei Herrn Dr. Krammerbauer anzubringen. Die Zuhörer verzichteten auf diese Möglichkeit.
Sodann gab Ortsvorsteher Birk bekannt, dass in der vergangenen Sitzung des Ortschaftsrates vom 1. Dezember 2025 keine Beschlüsse in nicht öffentlicher Sitzung gefasst wurden, sodass unter dem entsprechenden Tagesordnungspunkt Fehlanzeige zu vermelden sei.
Beim nächsten TOP berichtete Herr Jörg Huber, Leiter des Jugendtreffs Sandweier, von den Aktivitäten in der Einrichtung. Begleitet wurde er von Frau Nautascher als zuständiger Abteilungsleiterin. Herr Huber berichtete eingangs, dass der Jugendtreff Sandweier bereits seit Fertigstellung der Rheintalhalle in den dortigen Räumlichkeiten untergebracht ist. Nur wenige Tage nach Einweihung der Rheintalhalle öffnete der Jugendtreff Sandweier am 30. April 1982 seine Pforten, zunächst unter der Regie des Stadtjugendrings und dann ab 2005 unter der Trägerschaft der Stadt Baden-Baden mit Einbindung des städtischen Kinder- und Jugendbüros. Seit Januar 2005 sei er Leiter des Jugendtreffs Sandweier mit einem Stellenanteil von 60 % einer Vollzeitkraft. Er werde dabei unterstützt von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im freiwilligen sozialen Jahr. Der Jugendtreff Sandweier sei gut eingebunden in die Struktur des Stadtteils Sandweier, es werde von ihm selbst und den Treffbesuchen wahrgenommen, dass sie im Ortsteil positiv gesehen werden. Als Beispiel gab er an, dass beim kürzlich erfolgten Benefizlauf der Grundschule Sandweier die Hälfte der dabei eingenommenen Spenden dem Jugendtreff zur Verfügung gestellt wurde.
Der Jugendtreff hat an drei Nachmittagen in der Woche geöffnet, insgesamt 18 Stunden. Besucht wird die Einrichtung von durchschnittlich zwischen 25 und 30 Besuchern pro Öffnungstag, das Alter der Treffbesucher liegt zwischen zehn und 25 Jahren. Der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit im Jugendtreff liege bei der Altersklasse der 14- bis 20-jährigen. Ein Drittel der Treffbesucher ist weiblichen Geschlechts. Auch die Nationalitäten und der familiäre Hintergrund der Treffbesucher sei sehr sehr vielseitig, der Wohnort der Besucher ist überwiegend Sandweier. Durch schulische Kontakte der Jugendliche entstanden, kommen allerdings auch Besucher von umliegenden Ortsteilen oder Gemeinden nach Sandweier.
Das regelmäßige Angebot des Jugendtreffs ist einmal die pädagogische Begleitung der jungen Menschen, Aufzeigen von Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung und zum Kontakt zu Gleichaltrigen. Im geschützten Raum findet wöchentlich ein Treff nur für Mädchen statt und ein Treff für Kinder bis 14 Jahre. In den Sommerferien finden traditionell die Erlebniswochen statt, in welcher die Kinder ein Ferienprogramm absolvieren. Zudem kommen noch besondere Angebote dazu, wie zum Beispiel verschiedene Turniere mit dem Tischfußball, Darts, Billard, des Weiteren werden Filmprojekte oder auch Ausflüge angeboten. Das gemeinsame Kochen, Grundlagen von Graffiti, Spieleabende und die Gemeinschaft zu erleben gehört ebenso zum Angebot. Auch Jugendtreff übergreifend werden Veranstaltungen durchgeführt, Z.B. mit der Schule oder der Feuerwehr. Aktuelle Themen wie Informationen über Wahlen oder eben auch gemeinsames Anschauen von Spielen während Europameisterschaften oder Weltmeisterschaften werden gerne genutzt. Die Gesprächsthemen zwischen den Treffbesuchern und der Jugendtreffleitung sind ebenfalls sehr vielseitig, wie z.B. Schule, Beruf, Ausbildung, Fragen in der Partnerschaft, Hobbys, Politik, allgemeine Lebensfragen und Fragen der Geschlechterrolle, der eigenen Sexualität, aber auch zu Fragen wie: Welche Versicherungen brauche ich, wie gestalte ich meine Zukunft? Sicherheit ist genauso ein Thema wie etwa Geld, Steuererklärung, Werte, Gewalt, allgemeine Sorgen und Anliegen.
Der Bericht von Herrn Huber wurde im Ortschaftsrat mit großem Wohlwollen aufgenommen. Herr Huber bedankte sich für die Möglichkeit, im Ortschaftsrat wieder einmal zu berichten und lud die Ortschaftsräte ein, gelegentlich einmal im Treff vorbeizuschauen.
Sodann stand die Beratung des Bundesprogramms Sanierung kommunaler Sportstätten, Projektaufruf 2025/2026 auf der Tagesordnung. Hierzu begrüßte OV Birk Frau Monika Probst, Leiterin der Abteilung Schule und Sport sowie Herrn Markus Brunsing, Leiter des Gartenamtes, welche den Sachverhalt vortrugen. Die Bundesregierung hat im Oktober 2025 ein mit 333 Mio. € dotiertes Förderprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten veröffentlicht, um den in deutschen Kommunen vorhandenen hohen Sanierungsbau bei Sportstätten abzubauen. Deutschlandweit können sich Kommunen bis spätestens 15. Januar 2026 um eine Projektförderung bewerben. Hierfür gelten diverse Kriterien, unter anderem, dass die Sportstädten eine besondere regionale oder überregionale Bedeutung haben. Bei Vorliegen einer nachgewiesenen Haushaltsnotlage der Kommune wird bei der Kofinanzierung ein Eigenanteil der Kommune von lediglich 25 % der Gesamtkosten hängen bleiben, die Förderung besteht also aus 75 % der Kosten. Aufgrund dieser einmaligen Gelegenheit hat sich die Verwaltung trotz Haushaltsnotlage dazu entschieden, fristgerecht eine Interesensbekundung abzugeben für die Sanierung von Sportstätten.
im Aumattstadion,
– im Schulzentrum West,
– der Theodor Heuss Schule und
– auf Antrag des Fußballvereins Sandweier für die Fußballplätze im
Ortsteil Sandweier.
Insgesamt werden die für Sandweier beantragten Maßnahmen auf Kosten von 558.000 € geschätzt, wovon, wenn der Antrag erfolgreich sein sollte, 418.500 € als Fördergelder eingenommen werden können, der Eigenanteil von 139.500 € verbliebe dann bei der Stadt Baden-Baden. Geplant sind einmal die Sanierung des alten Fußballplatzes und der Stehstufen, Die Ertüchtigung und Ergänzung der Spielfeldbarrieren an beiden Plätzen sowie der Neubau einer LED – Flutlichtanlage am Sandbuckelstadion. Sofern Ortschaftsrat und Gemeinderat zustimmen, wird die Verwaltung die Projektanträge fristgerecht einreichen.
Besonders lobten die Vertreter der Fachämter den Fußballverein Sandweier, welcher als einziger Verein in Baden-Baden es innerhalb der sehr kurzen Frist geschafft habe, die Förderanträge einzureichen und zu begründen.
Der Ortschaftsrat begrüßte das Vorhaben, die beiden Fußballplätze bei dem Projekt anzumelden, bedauerte aber zugleich, dass die Rheintalhalle als weitere wichtige Sportstätte in Baden-Baden, welche durchaus ebenfalls einen Investitionsstau aufweist, nicht von der Stadt für das Förderprogramm angemeldet wurde.
Der Ortschaftsrat empfahl im Anschluss einstimmig dem Gemeinderat, die vier genannten Projekte beim Bund für das Förderprogramm anzumelden.
Als nächsten Tagesordnungspunkt rief der Vorsitzende den Bauantrag zur Erweiterung der Grundschule Sandweier zum Umbau als Ganztagesschule auf. Jahr 2027 wird der Anspruch auf Ganztagesunterricht rechtskräftig (d.h. beginnend im Schuljahr 2026/2027), so dass die Schulen in Baden-Baden für diesen Rechtsanspruch ertüchtigt werden müssen. Die Grundschule Sandweier kann die Raumanforderungen für die Ganztagsbetreuung im Vollausbau mit dem jetzt vorhandenen Gebäudebestand nicht leisten. Daher plant die Stadtverwaltung, den bestehenden Anbau der Grundschule Sandweier um 1 Stockwerk zu erhöhen. Vom Grundgedanken her ist geplant, die Ganztagesbetreuung komplett im Anbau der Grundschule unterzubringen. Im Erdgeschoss des bestehenden Anbaus sollen zwei von drei Unterrichtsräumen erhalten bleiben, der aktuell als EDV Raum genutzte Bereich‘ wird dagegen umgebaut zu einer Mensa-Küche mit Speisesaal und Personalräumen für die Beschäftigten. Weiterhin wird der Anbau im Erdgeschoss mit Jungen-WCs ausgestattet, die Mädchen-WCs finden sich dann ein Stockwerk oberhalb. Die bisherige Verbindung zwischen Anbau und Hauptgebäude über einen überdachten Fußweg wird ersetzt durch eine sogenannte Brücke, welche geschlossen ist. Mit der Planung verbunden ist der Einbau eines Aufzuges sowohl im Hauptgebäude als auch im Anbau, so dass grundsätzlich alle Klassenzimmer im Hauptgebäude und Anbau über den Haupteingang der Grundschule erreichbar sind, auch für Personen im Rollstuhl. Dies stellt für den Schulbetrieb ein erhebliches Sicherheitsplus dar. Der bestehende Eingang beim Anbau bleibt erhalten, kann jedoch fürden normalen Schulbetrieb geschlossen bleiben.
Für die Umsetzung des Anspruchs auf Ganztagesschule gibt es Fördermittelin hohen Maße von rund 70 % für Umbaumaßnahmen und Ausstattung. Aufgrund dieser einmaligen Chance hat sich die Verwaltung dazu entschieden, auch angesichts der aktuellen Haushaltslage den Umbau zügig anzugehen. Wie Frau Probst von der Abteilung Schule und Sport berichtete, liegen die Förderbescheide für Umbau und Inventar bereits vor mit einer Höhe von rund 2,7 Mio. € beziehungsweise 140.000 €. Da die Fördermittel in Tranchen ausgezahlt werden, ist es dann kurzfristig möglich, die Detailplanungen zum Umbau zu beauftragen.
Auf Nachfrage aus dem Ortschaftsrat erläuterte Frau Probst, dass der Anspruch auf Ganztagesunterricht sukzessive umgesetzt werden solle, beginnend ab Klasse 1. Für Sandweier bedeutet das, dass die zum Schuljahr 2026/2027 eingeschulten Erstklässler Ganztagesunterricht erhalten, dies könne für die eine Klassenstufe im Bestand erfolgen.
Der Ortschaftsrat Sandweier begrüßte die Planungen und nahm den Bauantrag zur Kenntnis.
In der Bürgerfragestunde gab es keine Wortmeldung, nach wenigen Anfragen aus dem Ortschaftsrat schloss OV Wofram Birk die Sitzung.